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All the Wrong Lessons, Phantom, Prothesis, Traveller, Study for a Head, Monument, Untitled (Necklace), Parallels (Milk), Less Work for Mother, Doors (from Memory), Empire, Where I Lived, and What I Lived For, How to Disappear Completely, Cabin, Untitled (Fountain), Untitled (Pendulum), Wire Mother, Father Sings, Intra, 12 Hz, 37°C, Ghost, Garda, Playback, Untitled (Chess)



Jenseits der Bilder Statement

Ich bin Bildhauer, aber Bilder interessieren mich nicht besonders. Zumindest, wenn mit dem Begriff des Bildes ein Fenster gemeint sein soll, durch das man in die Welt hinaussieht. Oder, noch schlimmer: durch das der Künstler den Kopf hereinsteckt, um uns mitzuteilen, wie die Welt seiner Meinung nach beschaffen sein sollte. Eine postikonische, konkrete Ästhetik richtet sich darauf ein, dass viele zeitgenössische Bereiche der ›Bildenden Kunst‹ ihren Sinn nicht mehr vorrangig aus der Bildlichkeit oder einer Verweisungsfunktion ihrer Werke beziehen. Alternative Paradigmen gewinnen an Gewicht: An die Stelle des Visuellen treten Aspekte von Körper, Material, Raum, Präsenz, Atmosphäre, Performativität und sozialem Handeln.

In meiner künstlerischen Arbeit reagiere ich auf diese Voraussetzungen mit einem Werk, das biographische, politische oder ortsspezifische Recherchen mit einer Sensibilität für die sinnliche Kraft von Objekten und skulpturalen Gesten verbindet. Mich interessieren ästhetische Situationen, in denen die Werke – durch ihre Gegenwärtigkeit, ihre Medialität oder ihre Prozessualität – als Gegenüber erfahrbar sind: Fensterglas zittert, Beton heizt sich auf, Kondenswasser gefriert, Wachs wird geschmolzen, Jod fließt durch ein Röhrensystem, ein Silbervorhang steht unter Strom. Indem ich Performativität gewissermaßen in die Objekte selbst hineinnehme, erweitern sie sich um eine zeitliche Dimension und adressieren die Leiblichkeit der Betrachter*innen.

Aktuell arbeite ich daran, diesen prozessorientierten Ansatz zu radikalisieren, indem ich Performativität von den Gegenständen auf die Rezipient*innen verlagere. Künstlerisch wie wissenschaftlich arbeite ich an ›performativen Objekten‹: plastischen Elementen, die sich an die Körperlichkeit und Handlungsoffenheit des Schmucks anlehnen und, indem sie in ein kollaboratives Geschehen entlassen werden, auf eine Emanzipierung der ›Betrachter*innen‹ zielen.


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Photo: Jann Awerverser