Kontextuelle Praxis               Start  Werke  Über Schmuck  Konzept  Artistic Research  CV   




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Lehre als Forschung

Für die erste Phase der W1-Professur Kontextuelle Praxis plane ich mit einem Studienmodell, das jährlich wechselnde Schwerpunkte mit konstanten Angeboten (individuellem Mentoring, methodologischen Workshops) verbindet. Innerhalb der Jahresblöcke dient das erste Semester vor allem der Annäherung an das jeweilige Thema, während die Studierenden das Recherche-, Veranstaltungs- und Gastprogramm des zweiten Semesters in freier Entscheidung festlegen und dessen Inhalte selbständig erarbeiten. Die eigenverantwortliche Wahl von Forschungsmethoden und -designs trägt der Vielfalt an potentiellen Zugängen Rechnung und vermittelt Artistic Research als zentrale künstlerische Kompetenz. Der Jahresschwerpunkt entwickelt sich in Anlehnung an die Leitparameter Objekt – Körper – Handeln – Teilhabe und die quer dazu liegenden kontextuellen Dimensionen und wird in enger Abstimmung mit den Theorielehrstühlen, dem cx und der Professur für Medien- und Technikphilosophie definiert. Dieses Modell wird nach drei Jahren evaluiert und gegebenenfalls angepasst.

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Katapult

Orientierung gibt zu Beginn des zweisemestrigen Turnus eine Kick-off-Veranstaltung, die Kernfragen des Jahresthemas vorstellt und Lust auf das kommende Studienprogramm macht, etwa in Form eines Minisymposiums mit externen Gästen oder einer Exkursion.

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Labor

Recherche steht im Mittelpunkt des Studienangebots. Im ersten Semester überwiegt die gemeinsame Erschließung des Jahresthemas, etwa durch Ateliergespräche, Ausstellungsbesuche, Gasteinladungen, Screenings, Exkursionen oder Workshops. Im zweiten Semester verlagert sich der Fokus auf die individuelle Praxis, die sich in einer suchenden und sammelnden Bewegung unterschiedlichster Formen künstlerischer und außerkünstlerischer (Er-)Forschung bedient: Lektüre, Schreiben, Experiment, Feldforschung, Archivrecherche, teilnehmende Beobachtung, Interviews, Interventionen in den öffentlichen Raum, Reportage und Dokumentation.

Debatten sind das Rückgrat des Lehrprogramms vor allem im zweiten Semester. Sie dienen der Präsentation und Diskussion von Forschungsergebnissen und der kollektiven Reflexion. Gäste von außerhalb der Akademie werden als ›critical third‹ eingeladen. Die Debatten leben von den Impulsen der Teilnehmer*innen und von einer Atmosphäre des Willkommens, zu der auch Teamaktivitäten wie ein gemeinsames Essen beitragen können. Je nach Bedarf kann es sinnvoll sein, die Veranstaltungen gebündelt als Arbeitsklausur (Retreat) durchzuführen.

Transfer meint die Flankierung der studentischen Recherchen durch ein fundiertes Angebot im Bereich der Forschungsmethodik. Dieses Modul ist für die Entwicklung eines Artistic-Research-›Werkzeugkastens‹ und im Interesse einer guten künstlerisch-wissenschaftlichen Praxis unbedingt notwendig, müsste aber weitgehend über Lehraufträge organisiert werden, um das Spektrum möglicher Ansätze – von Instrumenten der empirischen Sozialforschung über naturwissenschaftliche Experimente, Methoden aus Psychologie, Ethnologie oder Archäologie bis zu journalistischen oder autobiographischen Formaten – adäquat abzubilden.

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Studio

Coaching findet selbstverständlich jederzeit, individuell und unabhängig von thematischen Vorgaben in intensiven Einzelgesprächen statt. Dabei bin ich offen für die Betreuung sowohl künstlerischer als auch wissenschaftlicher oder interdisziplinärer Vorhaben. Besonders freue ich mich auf das Mentorat für längerfristige Projekte, die sich aus einem der Jahresschwerpunkte und den Recherchen dazu ergeben.

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Archiv

Dokumentation ist ein wichtiger Teil jeder Forschungstätigkeit. Insofern sich meine Lehre als forschende Praxis versteht, wird sie ihre Ergebnisse nach Möglichkeit speichern und zugänglich machen: etwa in Form von Publikationen, die in einer Leselounge zusammen mit weiterer Literatur bereitgestellt werden, oder digital als Text, Videoaufzeichnung von Vorträgen oder Podcasts.

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