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Gesamtkonzept (PDF)

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Bausteine für die Lehre


Objekt, Körper, Handeln, Teilhabe


Grundlage meiner Lehre ist eine zeitgenössisch weite, zu anderen Gattungen offene Schmuckauffassung. Sie begreift Schmuck nicht vorrangig als Produkt, sondern als Prozess: als ein körpergebundenes ästhetisches Handeln, das Dinge und Akteure miteinander in Beziehung setzt. Schmuck realisiert damit in paradigmatischer Weise das, was sich in der aktuellen Kunstdiskussion um Begriffe wie die des ›performative‹, ›material‹, ›somatic‹ oder ›spatial turn‹ gruppiert: die Wende von Repräsentation zu Präsenz.
 

Über Schmuck

An diesem Punkt klinkt sich meine künstlerische Recherche in den Schmuckdiskurs ein. Mit einem bildhauerischen Werk, das die Körperlichkeit und Performativität von Objekten und Betrachter*innen adressiert, und einem künstlerischen Forschungsschwerpunkt, der Schmuck als Referenzdisziplin verwendet, stehe ich für eine ästhetische Haltung, die in Praxis und Theorie grundlegende Parameter des Schmucks weiterentwickelt.
 

Werke

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Lehre als Forschung

Kunst und ihre theoretische Reflexion sind für mich gleichwertige ästhetische Ebenen, die einander wechselseitig konditionieren und schärfen. Die Lehre an diesem Schnittpunkt soll die Studierenden ermutigen, im eigenen Werk Anschlussstellen für Theoriebildung zu entdecken und auf Begriffe zu bringen – und umgekehrt Theorie als Reservoir ihres künstlerischen Handelns zu nutzen. Was ich dafür anbiete, ist ein Kompetenzprofil, das Theoriestärke auf den Feldern der Kunstgeschichte, der Ästhetik und der Kultursoziologie mit forschungsbasierter künstlerischer Arbeit verbindet.

Mit den Leitdimensionen des Schmucks – Körperlichkeit, Objekthaftigkeit, Performativität und Partizipation – nimmt das Studienprogramm zugleich zentrale Felder des ästhetischen und sozialen Diskurses in den Blick. Indem es entlang dieser Parameter interdisziplinär angelegte Lehrformate entwickelt, steht es Studierenden aller Akademiebereiche als Ressource für künstlerisch-wissenschaftliche Orientierung, Praxis und Debatte offen. Dabei positioniert sich die Lehre kontextsensitiv, indem sie Rahmenbedingungen des künstlerischen Handelns thematisiert und ein reflexives künstlerisches Rollenverständnis einfordert.

Meine Lehre vermittelt Kunst als forschende Tätigkeit, indem sie sich selbst als forschende Praxis begreift: prozessorientiert und experimentell. Sie erarbeitet im Dialog mit den Studierenden eine kritische Methodologie künstlerischer Forschung und fördert die selbständige Recherche innerhalb einer strukturierten künstlerischen und wissenschaftlichen Begleitung. Dabei verbindet sie klassenübergreifende Projektarbeit mit dem Mentorat für individuelle Vorhaben. Im gemeinsamen Suchen, Versuchen und Untersuchen entfalten sich ästhetische Erfahrung und künstlerisches Wissen. Erlaubt ist alles, was der Wahrheitsfindung dient.

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Perspektive

Der Lehrbereich für Kontextuelle Praxis verankert Artistic Research nachhaltig im Profil der Akademie. Er arbeitet mit Partner*innen inner- und außerhalb des Hauses zusammen, bezieht mit künstlerischen und wissenschaftlichen Gästen Perspektiven ein, die über den lokalen, auch über den europäischen Horizont hinausgreifen, und etabliert mit Vorträgen, Ausstellungen und Publikationen ein öffentliches Display der Akademie.

Im deutschsprachigen Raum einzigartig ist die enge Verzahnung von Artistic Research mit einem schmuckkünstlerischen Studienbereich von internationalem Renommee. Dieses Alleinstellungsmerkmal sollte dazu genutzt werden, die Akademie der Bildenden Künste München zu einem Kompetenzzentrum auf dem Feld der künstlerischen Forschung zu entwickeln. Als längerfristiges Ziel könnte ein postgraduales Angebot, etwa in Form eines Doktoratskollegs, Impulse für ein starkes Forschungsprofil geben und der Akademie Strahlkraft verleihen.

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