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Untitled (Chess)

2005
Intervention in den öffentlichen Raum


Eine Bodenschachanlage im Münchner Stadtteil Neuperlach verkleinere ich von 8 x 8 Feldern auf 7 x 7 Felder. Nirgends habe ich bisher länger gelebt als in der Trabantenstadt Neuperlach, in der ich 1977 geboren wurde. Der falsche Glaube an die mechanische Planbarkeit des Städtischen lässt sich hier wie in vielen Siedlungen der 1960er- und 70er-Jahre besichtigen. Im Kleinen entspricht der Vorstellung einer behördlich verordneten Urbanität die Ausstattung des öffentlichen Raumes mit Kommunikationserzwingungsmobiliar: Pergolen, Grillplätze, Bänke oder Kioske markieren Orte, die als nachbarschaftliche Treffpunkte konzipiert sind, tatsächlich aber von den Bewohnern kaum jemals als solche angenommen werden. Das eigentliche Leben entfaltet sich – wenn überhaupt – ungeplant an nicht vorgesehenen Stellen des Quartiers. Genauso ist auch die Bodenschachanlage zwar als Ort des sozialen Austauschs gedacht, bleibt in Wirklichkeit aber vollkommen ungenutzt und wird zur bloßen Dekoration. Indem ich das Schachfeld tatsächlich zum unbespielbaren Ornament reduziere, wird diese soziale Realität auch faktisch nachvollzogen und gleichzeitig auf die ähnlich gescheiterte Utopie des gesamten Stadtentwurfs verwiesen.